Kennt ihr das? Mit eingezogener Rute, angelegten Ohren und reumütigem Blick steht Bello in geduckter Haltung vor euch. Blitzaritger Gedanke: Er hat etwas ausgefressen! Sein schlechtes Gewissen ist ihm deutlich anzusehen. So interpretieren viele Hundehalter diese Signale ihrer vierbeinigen Hausgenossen.
Wissenschaftler stehen derartigen Interpretationen meist skeptisch gegenüber. Zwar sind sich manche Forscher mittlerweile sicher, dass Hunde durchaus in der Lage sind, Gefühle wie Angst, Trauer oder Freude zu empfinden, jedoch wurde die Existenz sogenannter sekundärer Emotionen wie Eifersucht, Verlegenheit oder Stolz noch kaum untersucht. Unter diese Kategorie fällt auch die Frage, ob nun Hunde mit ihrem auffällig demütigen Verhalten tatsächlich Schuldbewusstsein demonstrieren.
Hierzu gibt es eine Studie aus den USA. Dort bat eine Forscherin einige Hundehalter, ein Stück leckeren Kuchen vor die Augen ihrer Vierbeiner zu legen. Den Tieren sollte mit einem strengen Kommando verboten werden, den Kuchen anzurühren. Anschließend verließen die Halter den Raum. Die Wissenschaftlerin versuchte nun, einige Hunde dazu zu bringen, die Leckerlichkeit trotz des Verbots zu fressen. Anderen nahm sie den Kuchen weg, bevor sie selbst den Befehl missachten konnten.
Die Halter betraten wieder den Raum und sollten aufgrund der Aussage der Forscherin, ob der Hund der Verlockung widerstehen konnte oder nicht, schimpfen oder loben. Die Aussage entsprach aber nicht immer der Wahrheit, sodass Hunde, die eigentlich brav gewesen waren, getadelt wurden.
Einen typisch schuldigen Blick setzten alle Hunde auf, die eine Rüge kassiert hatten, ob gerechtfertigt oder nicht. Im Gegensatz hierzu konnte bei denjenigen Hunden, die verbotener Weise an dem Kuchen genagt hatten und dafür gelobt wurden, kein derartiges Verhalten festgestellt werden. Die Wissenschaftlerin schloss daraus, dass einzig das Schimpfen für den schuldbewussten Blick und das damit verbundene Verhalten verantwortlich ist.

Kommentare
Hallo,
ich muss noch mal meinen Senf dazu geben:
Unsere kleinste Lucy stellt ab und an gerne etwas an, wenn wir nicht zu Hause sind.
Sie leert gerne mal einen Blumentopf oder durchstobert den Korb mit dem Altpapier um es dann über den Boden zu verteilen.
Komme ich nach Hause, merke ich sofort, ob sie was angestellt hat, ganz einfach daran, ob sie mich begrüßt oder nicht. Liegt sie still in ihrem Körbchen, ist 100% etwas nicht in Ordnung.
Folglich MUSS sie wissen, dass sie etwas verbotenes getan hat und das wiederum bedeutet ganz klar: Hunde können ein schlechtes Gewissen haben.
Also bei unserer Cheyenne war es IMMER das "Schlechte Gewissen"!
Egal ob sie geduckt und "unterwürfig" aus einer hohen Wiese kam, wo sie dann meist was "verbotenes" gefressen oder sich gesühlt hatte, oder Sie mal eben ihr Spielzeug zerpflückte?! Wenn man da dann auf sie schaute und ansprach: "Na, machen wir wieder alles Kaputt??" Dann ließ sie es sein und schaute einen genau so an! Auch kam es vor, dass sie so ins Zimmer kam. Geduckt und sich "schämend weg schauend an einem versuchte vorbei zu schleichen", da war der Hase im Pfeffer! Aber dann, nach der "Predigt" da waren wir dann das bravste und verschmuseste Hundemädchen der Welt!
Hunde und Schamgefühl? Auf alle Fälle!
Auch jetzt, Clifford
der zeigt schon jetzt bei gewissen "Aktivitäten", dass er genau weiß was er da macht. Das es sich dabei um etwas handelt was ihm Schimpfe einbringen könnte. Aber er weiß auch schon, wie er sich da wieder mit einem Lächeln unserer Seits aus der Affaire ziehen kann. Und danach dann die bekannte "Schmuseattacke!
Das sind für mich die besten Beweise, dass Hunde sowas wie ein "Schlechtes Gewissen", ein"Schamgefühl", und den Drang "sich zu Entschuldigen" haben müssen.
Es heißt ja auch nicht umsonst: "Hunde sind die besseren Menschen" oder aber auch: "Seit dem ich einen Hund halte, weiß ich was Menschlichkeit ist!"
Diese Aussagen möchte ich voll unterstreichen
Meine Tochter erzählte mir heute davon.
Also ich glaube das nicht, ich könnte schwören, sie haben ein schlechtes Gewissen.
Oder zumindest so was wie ein "oh jeh, ich hab glaube was Angestellt" -Gefühl
ist ja ein fieser Test, oder? also erklärt mich für verrückt - ich habe oft das Gefühl, dass mich mein Hund versteht...
Moin zusammen!
Wir sind neu bei Euch. Als ich noch keinen Hund hatte, da hätte ich gesagt:"Die Alte spinnt". Jetzt bin ich überzeugt: Sie versteht mich, auch wenn ich nichts sage. Sie zeigt genau was sie will: Stupst mich ans Bein und läuft da hin und zeigt es mir, schaut in die Richtung und bellt.
LG Carola und Mika
Hi Carola, ist einfach irre wie die Hunde sich bemerkbar machen und sich auch Eigenarten von Ihrer Familie abgucken. Wie gesagt, ich bin der Meinung mein Hund versteht mich sehr wohl und den oben erwähnten Test in dem Artikel, finde ich echt fies! Die armen Tiere!
Grüße