Mit dem Hund schmusen - für Mensch und Tier eine angenehme Erfahrung. Nicht umsonst werden Hunde in der Medizin unter anderem als Therapie-Hunde eingesetzt, indem sie sich einfach nur zum "Schmusen" zur Verfügung stellen. Ich bewundere im Übrigen die Geduld, mit der diese Tiere so manche "Streicheleinheit" über sich ergehen lassen.Aber nicht nur der Mensch, auch der Hund liebt eben die körperliche Nähe.
Und hier kommen wir zu dem Punkt, wo diese Nähe anfängt, und wo sie aufhört. ( Ich erlaube mir, hier ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern)
Bei unserer Dalmatinerhündin Sally war es von Anfang an klar, dass ein Hund - vor allem dieser Größe- nicht auf den Schoß, die Couch und schon gar nicht ins Bett gehört.
Allein bei dem Gedanken, die kurzen Stoppelhaare überall am Körper hängen zu haben, bis hin zu der Vorstellung, den ausgewachsenen Hund auf dem Schoß sitzen zu haben, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.
Also wurde der Hund konsequent nicht auf unsere "Niederlassungsplätze" gelassen und hat dies auch schnell akzeptiert.
Als unsere Biewer-Yorkshire Hündin Emily dazu kam, hielten wir stets an unserer Regel fest, allerdings ist es sicherlich das Ein oder Andere mal durchgegangen, wenn sie klammheimlich auf die Couch sprang, denn man hat es einfach nicht realisiert, wenn gerade der spannende Krimi lief.
Als Emily dann ihren schrecklichen Unfall hatte und wochenlang gelähmt war, legte ich sie Nachts auf einen Hocker neben meinem Bett - direkt auf Kopfhöhe, so dass ich sie immer im Blickwinkel hatte. Tagsüber streichelte ich sie auf meinem Schoß.
Als Emily wieder fit war, wurde es kurzfristig zum Problem, sie wieder aus dem Bett heraus zu bekommen.
Nächtelang murmelte ich: "Nein" - und stupste sie wieder aus dem Bett.
Allerdings muss ich gestehen, genieße ich heute noch, wenn sie zum Schmusen zu mir auf die Couch kommt.
Vielleicht kann man das damit entschuldigen, dass das Herunterbeugen zu einem so kleinen Hund für längeres Streicheln einfach auch zu unbequem ist?
Nun ist Lucy da: Unser kleiner Wildfang. Ich habe sie bei Ihrer Geburt unterstützt, sie selber abgenabelt und aus der Fruchthülle befreit.
Wie oft habe ich dieses kleine Bündel auf meiner Brust liegen gehabt und ihr einfach beim Schlafen zugesehen.
Nachts schlief sie natürlich bei Emily.... bis... ja, bis sie ihre Sprungkraft kennen gelernt hat.
Zuerst ging es auf die Couch, um sich dort wie wild freuend ihre Streicheleinheiten abzuholen.
Dann auf die Sessel ( von dort aus noch auf den Tisch und sogar den Schrank, aber das erzähle ich ein ander mal..)
Ja und eines Morgens wachte ich auf und erkannte, dass das schwarze Haar neben mir auf dem Kopfkissen unmöglich das meines Mannes sein konnte.
"Lucy" habe ich vorwufsvoll gerufen und wurde stürmisch freudig begrüßt. Wer kann einem Hundeblick wiederstehen???
Kurzum: Jede Nacht - irgendwann - schleicht sich Lucy ihren Weg zu uns ins Bett, wo sie leise verharrend wartet, bis das Vergehen auffliegt und sie aus dem Bett geschupst wird.
Ich bin der Auffassung, jeder Hundebesitzer sollte es für sich persönlich abwägen, wie weit er diese Art des Kontaktes mit dem Hund zulässt und wo die Grenzen sind.
Einige Tierpsychologen erklären, dass der Hund - als Rudeltier - eine klare Abgrenzung zum Rudelführer ( also dem Besitzer) haben muss. Auch bei den Wölfen schläft der Rudelanführer seperatisiert - meist auf erhobenerem Platz.
Es stellt sich die Frage, ob der Wolf dies zum Eigenschutz macht, damit ihn im Schlaf kein Rivale angreift, oder ob er den erhobenen Platz deswegen wählt, damit er als Verantwortlicher die Übersicht auf die Umgebung behält und rechtzeitig warnen kann, wenn Gefahr droht.
Einige Mediziner erklären, dass es unverantwortlich ist, den Hund mit auf die eigenen Schlafgelegenheiten zu lassen, da Tiere allgemein nicht den menschlichen Hygienebedingungen entsprechen.
Der Tierarzt wird dem entgegnen: Solange der Haushund dem hygienischen Sauberkeitszustand (Fellpflege, Zahnpflege, Krallenpflege) und Gesundheitszustand (Entwurmung, Anti-Floh-Mittel, Impfungen) entspricht, stellt er keine gesundheitliche Gefahr dar.
Mancher Hundebesitzer mag sagen, dass er die Nähe zu seinem Hund mag und es die Bindung zwischen Besitzer und Hund festigt,manch einer erkennt aber auch zu spät, wenn der Hund einen "Platzanspruch" stellt und diesen sogar mit Knurren oder Beißen verteidigt! ( Hier liegt aber sicherlich ein prinzipielles Erziehungsproblem vor!!)
Ich kenne einen Fall, in dem ein Besitzer des Nachts seinen Welpen versehentlich erdrückt hat...
Nicht zuletzt ewähnt bleiben sollte der Partner, welcher eventuell sein nächtliches Kuscheln gerne ohne Hund betreiben würde ;) und auf das "Lecken" des Hundes gerne verzichtet ;-)
Fazit:
Man sollte also den Charakter des Hundes, seine Fellart, den Allgemeinzustand, die Größe und noch so Einiges bedenken, bevor man sich den Vierbeiner als treuen Bettgefährten ins nächtliche Lager holt.
Letzendlich darf erwähnt werden, dass ein schnarchender oder träumender - eventuell noch großer - sich herumwälzender Hund im Bett mitunter die Nachtruhe erheblich stören kann.
Ist da vielleicht das kuschelige Körbchen neben dem Bett nicht eine gute Alternative?
Umfrage zum Thema: HIER


Kommentare
Bei Radio FFH haben sie eine Umfrage gestartet ob Haustiere im Bett erlaubt sind oder nicht - viele erlauben es, da sind die dollsten Tiere mit dabei, da ist ein Hund noch harmlos :-)
Da gebe ich Dir recht: ICH habe das Sagen, wenn ich Nein sage heißt das Nein, der Hund muss das akzeptieren, sonst ist man wirklich nicht mehr der Rudelführer :-)
Hallo Antje,
ich habe mit Intresse dein Bericht gelesen und ich muß sagen, das du Recht hast, jeder muß für sich selber enscheiden ob der Hund ins Bett darf oder nicht! Ich kenne ein paar beispiele wo mann sich nicht durch setzen konnte den Hund in seine Schranken zu weisen, weil einmal es Nachts zu lässtig ist ständig den Hund aus dem Bett zu werfen und zum anderen es einfach verpasst hat als Welpe es duch zu setzen. Ich habe eine kleine Cavalier Dame Sie würde auch viel lieber bei Frauchen und Herrchen im Bett schlafen, aber ich habe Ihr rechtzeitig bei gebracht das Sie neben mir in Ihr Bettchen zu Schlafen hat. Ich muß aber gestehen das mein Mädchen auf dem Sofa darf und ich finde das bei kleinen Hunden ok.
Gruß Tinkamam
Hallo Zusammen,
ja es ist schwer, wenn die Hundeaugen einen anschauen mit der Frage "Warum darf ich nicht?". Ich persönlich mag es nicht wenn mein "Dicker" im Bett liegen würde. Ich hatte ihm, als er noch ein kleines Knäul war, einen alten Sessel organisiert, der nur für ihn ist. Auch sein Thron genannt. Hier darf nur er Platz nehmen. Wenn sich ein Besuch aus Versehen auf dem alten Sessel platziert schaut er komisch und fordert sofort sein Recht
. Generell hat er überall im Haus verteilt seine feste Plätze von denen er uns immer gut im Blick hat und überall dabei ist.
Grüße Jenny