Mein Hund "hört" nicht


Mein Hund "hört" nicht

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Verständnis zwischen Mensch und Hund

Ich muß immer wieder schmunzeln, wenn ich Menschen begegne, die behaupten:

Mein Hund hört nicht!

Natürlich hört der Hund - er ist ja nicht taub!

Aber was nutzt das beste Gehör, wenn derjenige, der "Gehör" ( in diesem Fall "Gehorsam") erhofft, sich eben nicht verständlich ausdrückt?

Ich möchte hier mal aus dem Nähkästchen plaudern und meine Dalmatinerhündin Sally vorstellen:

Sally, 7 Jahre alt, von klein auf in unserer Familie aufgewachsen und eine Seele von Hund.

Nur mit dem Gehorsam klappt es nicht immer so, wie es sich mancher wünschen würde.

Ich muß zu meiner eigenen Schande gestehen, daß auch mir unsere Verständigungsschwierigkeiten erst nach einer Weile aufgefallen sind, vorher hieß es eben immer nur:

Sally hört nicht so gerne.

Ich führe einmal das Beispiel "HIER" an:

Fangen wir zu Hause an:

Gibt es Fressen, ruft einer von uns: Sally! ( dieser Ruf kling nett und herbeirufend, nennen wir ihn also "Futterruf")

Gehen wir ins Bett rufen wir den Hund zum Schlafen: Sally.... ( etwas gelangweilt und müde, nennen wir ihn: Schlafruf)

Gehen wir Gassi, rufen wir forsch: Sally! ( Manchmal ein Gassi hinterher) - Der Gassiruf

Jetzt wird es interessant:

Nach dem Ableinen läuft unsere Sally fröhlich in die Wiese, um dort ihr Geschäft zu verrichten. Nicht selten streift ihr Weg dabei etwas Unwiderstehliches, etwas, was einfach beschnüffelt werden MUSS!

(Mitunter muß sogar daran geleckt werden) Für den Menschen unverständlich und wiederlich!

Es folgt, was folgen muß: ein entsetztes: SALLY!!!!! ( nennen wir es den Pfuiruf) ertönt....

Kommt von weitem ein Fahrradfahrer, wollen wir natürlich nicht, daß Sallys Nase in den Speichen landet, also rufen wir sofort:

Sally! ( der "Kommhierher-Ruf")

Aber was ist das? Sally reagiert nicht.

Sally! ( der Futterruf") - sie reagiert nicht.

Saaaaalllllyyyyyyyy....

Sally???????

Sally ( der Schlafruf) gefolgt vom forschen Sally-Gassigehruf.

Sally schaut sich gelangweilt um und scheint sich zu fragen:

<i>"Bin ich gemeint? Was will Frauchen von mir?"</i>

SALLY - der Pfuiruf läßt Sally nun doch überlegen, ob es wichtig sein könnte , mal zu Frauchen zu laufen ( nicht zu Eilen!) und nachzuprüfen, WAS die überhaupt will.

Angekommen wird Sally nun entweder geschimpft - weil sie ja die ganze Zeit nicht "gehört" hat ( "habe ich!", denkt Sally, "aber was sollte ich damit anfangen?")

Oder sie wird gelobt, weil sie endlich gekommen ist ( Sally schlußfolgert daraus: <i>"Hab ich prima gemacht, irgendwann man zu kommen"</i>)

Ich beobachte immer wieder Menschen, die ihrem Hund mehrere Anweisungen auf einmal geben:

"Sally, komm her, hier - was hab ich gesagt? Du sollt doch her kommen - wirst Du wohl! Sally, PFUI, laß den Haufen liegen, NEIN- es wird jetzt nicht woanders hingerannt, hierher sollst Du, Fuß!!!!!"

Ist der Hund endlich da: "Prima, wo warst Du denn, warum kannst Du nicht gleich hören, das Nächste mal gibt es Ärger, fein hast Du das gemacht."

Oder beim Beispiel: "Fuß":

Beifuß, Fuß sollst Du gehen, was hab ich gesagt? Fuß! Hier! ( was nun, Fuß oder hier?)Komm hier Fuß.... usw.

Natürlich "hört" der Hund das alles, aber bitteschön: WAS soll er damit anfangen?

Fazit:

Ein Hund braucht zu der Ansprache auch klare Anweisungen

Sally: HIER

Sally: Fuß

Sally: Platz

Sally: Sitz

usw.

Diese Anweisung ist das EINZIGE, was der Hund befolgen zu lernen hat. Erst wer das begriffen hat und mit Ruhe und Konsequent sein Ziel zusammen mit dem Hund erarbeitet, wird "Gehör" und somit "Gehorsam" erhalten.

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von Antje am 13.05.2009, 09:38
 

Kommentare

Leider mache sehr viele Hundebesietzer immer die gleichen Fehler und schieben das im Endefeckt auf den Hund!Genaue Befehle sind wichtig und wenn man diese immer wieder mit Ausdauer übt dann versteht sie jeder Hund.

Selbst ich muss meine 6-jährige Tochter immer wieder zurecht weisen sie soll unserer Luna keine Befehle en tgegen schreien.Denn diese schaut jedesmal total iritiert zu mir,mit dem Blick "Was soll ich den nun tun"

Dabei hört sie super.Sie macht Sitz Platz und Fuß klappt auch prima.

Ich bin der Meinung es sollte für einen Hund nur eine Person geben die Befehle gibt,eine sogenannte Bezugs Person.

Hallo Zusammen,

mit Trigger arbeite ich mit Handzeichen + Befehlen (z.b. aufrechter Zeigefinger + halt= stehen bleiben, Handfläche zum Hund gedreht+bleib = warte/bleib da, Handfläche zum Boden drücken+Platz= Platz machen) [ich hoffe ihr versteht meine Handbefehle]

Ich muss sagen er reagiert auf diese Kombination sehr gut. Um ihn aus dem Befehl zu entlassen verwende ich "weiter geht´s" mit einer lockeren Handbewegung nach vorne (ähnlich wie beim Kegeln). Daraufhin springt er auf und läuft locker vor mir voraus. Auch hier ist mir aufgefallen, dass er sich stets zu mir umdreht und mich anschaut ob ein neues Kommando kommt. Wenn ich in der Ferne etwas sehe, dass auf uns zu kommt winke ich ihn mit "Trigger hierher" zu mir zurück.

Hiermit sind wir die jetzt schon 11 Jahre gut gefahren und ich kann es jedem nur empfehlen.

Grüße

Die primäre Sprache des Hundes ist die Körpersprache... sie beobachtet er ganz besonders an uns und oftmals steht diese im krassen Gegensatz zu unserem Verbalen. Hörzeichen führen zweifelsohne auch zum Ziel, jedoch entziehen diese dem Hund die Grundlage auf seinen Menschen zu achten. An dieser Stelle gerne ein kleiner Blick in die Natur... ist es die Aufgabe des Rudelführer seinem Rudel stets zu signalisieren was dieses denn bitte tun sollen - mit Nichten! Es sind die Rudelmitglieder die sich am Rudelführer orientieren und ihm in wichtigen Situationen die Entscheidung überlassen. Ist das Ziel erreicht, spricht nichts gegen ein Einfließen der Sprache zu den wichtigsten Sequenzen - denn auch ein Hund wird alt und welche seiner Sinne als erstes an Funktionalität verlieren, kann man nicht vorher sehen.

Der Hund orientiert sich zwangsläufig am Menschen, sobald dieser die Sprache einmal weg lässt... Mehr dazu auf: http://www.cat4dogs.de

Nachtrag:

Bitte nicht vergessen

, den Hund auch wieder aus dem Befehl zu "entlassen" Ich verwende hier ein einfaches:

"Auf geht's"

Ansonsten schleicht es sich schnell ein, dass der Hund, kaum hat er sein Leckerlie erhalten, denkt, dass somit die Anweisung befolgt, belohnt und beendet ist, obwohl er eigentlich noch weiterhin z.B. "Platz" bleiben soll.